Kodachrome Basin 2012 - Dia-Faszination-Natur-USA

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Kodachrome Basin – Wind statt WiFi im Land der Felsdinos

Vogel am Campingplatz

Den Campingplatz im Kodachrome Basin hat Manfred schon drei Monate vorher reserviert. Das ist auch nötig.
Der Statepark mit seinen farbenprächtigen Felsen und spektakulären Felstürmen und Felsdinos
liegt nur 35 km (21 Meilen) vom Bryce Canyon entfernt.
Außerdem hat der traumhaft gelegene und großzügig angelegte Campingplatz auch Duschen – und 2010 auch noch WiFi.
Das käme uns heute sehr gelegen.Wir sind ziemlich früh dran und möchten
einen ruhigen Nachmittag einlegen.
Da wäre ein wenig Surfen ganz nett.
Am Abend wollen wir ein leckeres Nudelgericht kochen und den Sonnenuntergang fotografieren.
Für das Abendessen haben wir drei Geschäfte abgeklappert, weil es – unglaublich aber wahr -
weder im General Store in Escalante noch im Bryce Canyon Village Hackfleisch gibt – und das im Burger-Land USA.
In Tropic werden wir endlich fündig. Da sind die Paprika zwar schon etwas angeschlagen, aber die werden eh gleich verarbeitet.

Don't feed the Wildlife …

Frisches Brot gibt es in der Gegend gar nicht.
Also kaufen wir irgendein abgepacktes Mehrkornbrot, obwohl wir von dem
gar nicht überzeugt sind.
In den 1990ern ist uns mal eine fast leere Packung im Kofferraum hinter unser
Gepäck gerutscht ist.
Nach drei Wochen ist es wieder aufgetaucht und wirkte so frisch wie am ersten Tag.

Das kann uns diesmal nicht passieren.
Wir haben das Brot unvorsichtigerweise draußen liegen lassen und scheinbar hat sich ein Vogel darüber
her gemacht, als wir gerade unterwegs waren. Ab jetzt packen wir wieder alles weg, was zum Verzehr geeignet ist.

Wind statt WiFi

Als wir im Visitor Center einchecken, bläst uns schon wieder ein strammer Wind um die Ohren.
Das ist im Kodachrome Basin nicht das erste Mal.
2010 war es hier so stürmisch, dass wir uns geistig vom Campen verabschiedet haben. 
2012 sind wir schon größere Stürme gewöhnt und nehmen das bisschen Wind erst mal gelassen.
So schlimm wird es nicht gleich werden.
Nach dem Einchecken fragt Manfred gleich, ob das WiFi geht.
In unserem letzten Motel ging es meistens nicht und ich konnte auch die beiden letzten Mails nicht mehr raus schicken.
Im Kodachrome Basin gibt es gar kein WiFi mehr.
Wenn wir das gewusst hätten, wären wir im Bryce Canyon Village noch kurz online gegangen.
Dann eben morgen.

Noch mehr Wind - nicht schon wieder !

An unserem Campingplatz fangen die Probleme dann erst richtig an. Der Wind legt ordentlich zu.
Zelt aufbauen geht noch – darin haben wir langsam Übung. Kochen könnte schwierig werden.
Da hatten wir vor zwei Jahren schon unsere Probleme, weil der Wind ständig Sand ins Essen geweht hat.
Vorerst weht er uns nur Sand in Gesicht und Augen. Das reicht fürs erste.
Der böige Wind ist nicht angekündigt – auch im Visitor Center und am Schwarzen Brett neben den Duschen nicht.
Da steht was von 11-14 mph (18-23 km/h) und Nachttemperaturen bis 42 ° F (5,5 °C), morgen 38 ° F (3,4 ° C).
Ich bin zwar ziemlich verfroren, aber mit kalten Temperaturen beim Frühstück kann ich mittlerweile ganz gut umgehen.
Da zieht man sich halt wärmer an.

Anti-Brumm-resistente Insekten

Lästige Insekten sind wir mittlerweile auch gewohnt.
Die waren auch am Horseshoe Campinggplatz in den Canyonlands da –
nur waren sie da ziemlich harmlos.   
Das sind die Biester im Kodachrome Basin nicht – die stechen.
Also greifen wir zum ersten Mal in diesem Urlaub zur europäischen
Wunderwaffe Anti-Brumm.

Die hilft in den USA herzerfrischend wenig. Nach 20 Minuten brummt es wieder gewaltig.

Die kleinen Plagegeister nerven mehr als je zuvor.
Zuvor hatten wir noch die Hoffnung, dass wir die lästigen Brummer und Summer auf Abstand halten können.
Eine zweite Ladung von dem Zeug in Gesicht, auf Hals und Hände verschafft uns noch mal eine Insekten
freie Viertelstunde. Dann geben wir auf.
Zum Glück haben wir vor kurzem nach langer Suche endlich in einem Walmart die amerikanische Allzweck-Waffe
Medicated Bodypowder gefunden. Die hilft gegen alle Hautirritationen – incl. Sonnenbrand und Insektenstiche.
Und das Zeug hilft wirklich.
Später entdecke ich am Schwarzen Brett einen Hinweis, dass es keine Rückerstattung bei Unannehmlichkeiten
durch Wetter oder Insekten gibt.

Tippen und Kochen bei Wind - gewusst wie

Der Wind wird immer stärker und ich muss teilweise schon die Maus an
meinem Laptop in Sicherheit bringen, damit sie nicht abhebt.
Das Kochen riskieren wir trotzdem.
Ich muss kurz unserer Küchenrolle hinterher jagen, kurz darauf bläst der Wind
Handtuch und Geschirrtuch vom Tisch. Da setze ich mich dann eben drauf.

Es dauert ungefähr doppelt so lange, bis alles kocht, weil trotz Windschutz das Gas in alle Richtungen flammt –
nur nicht unter unsere Töpfe.
Dafür schmecken die Pasta à la Manfred wieder köstlich (Rezept gibt es auf Anfrage).
Nach dem Essen wird der Wind schwächer – und die Stimmung wieder besser.
Davor überlegt Manfred schon einen kurzen Moment, ob wir nicht in eine der Cabins neben dem Laden
am Eingang umziehen sollten.
Vorübergehend haben wir die Schnauze vom Camping mal wieder ziemlich voll –
nach den zwei schlaflosen Sturmnächten im Canyonlands Nationalpark wohl verständlich.

Der Sonnenuntergang ist wieder sehr fotogen

Der Sonnenuntergang sieht auf den Bildern mal wieder wesentlich beeindruckender aus als in Natura –
und zwar ohne dass da jemand im Photoshop an den Farben dreht oder so.
Die Kamera sieht eben Farben, die das menschliche Auge nicht wahrnehmen kann.
So entstehen auch die violett gefärbten Bilder vom Antelope Canyon.
Die haben wir auch schon hingekriegt – ohne dass wir irgendetwas Violettes gesehen haben oder die Farben
nachträglich verändert hätten. Also nicht enttäuscht sein, wenn der Sonnenuntergang nie so toll ist, wenn Sie da sind.
Vielleicht war er das bei den anderen auch nicht.
Als wir zum Campingplatz zurück kommen, brennen rundherum Lagerfeuer.
Das wollten wir heute eigentlich auch machen, haben aber kein Holz besorgt, weil wir bei dem starken Wind
kein Feuer machen wollten. Der Wind ist zwar weg, aber irgendwie sind wir eh viel zu fertig für alles.

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