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Bright Angel Lodge - Stop to be seated!

Nach der stressigen Anfahrt mit Hindernissen möchten wir Manfreds letzten Tag vor seinem
runden Geburtstag mit einem gepflegten Dinner ausklingen lassen.
Das Restaurant in der Bright Angel Lodge ist um 18 Uhr bereits gut besucht.
Es sind aber noch viele Plätze frei, auch gute am Fenster.
Trotzdem werden wir an einen sehr kleinen Tisch am Rand platziert.
Manfred fragt unseren Kellner, ob wir nicht an den gegenüberliegenden Tisch am Fenster wechseln könnten.
Selbstverständlich. Kein Problem. Bitte sehr.
Eigentlich habe ich keinen richtigen Hunger. Also bestelle ich nur einen Salat und ein Glas Weißwein.
Der Kellner empfiehlt einen Chardonnay, ganz nebenbei den teuersten auf der Karte.
Manfred ordert ein alkoholfreies Bier. Passt nicht unbedingt zum Fisch. Der Chardonnay wäre die bessere Wahl.
Aber Manfred trinkt halt lieber Bier. Außerdem gibt es keinen alkoholfreien Wein.

Die Getränke werden serviert, bald darauf auch das Essen, das übrigens vorzüglich mundet.

Der Platz taugt uns auch recht gut und wir möchten gerne noch ein wenig verweilen in diesem
edlen Ambiente. Also ordert Manfred ein zweites Bier und erkundigt sich nach der Dessert-Auswahl.
Er entscheidet sich für ein Eis. Der Kellner zählt die vier verfügbaren Sorten auf und verweist sogleich
dienstbeflissen auf die Fountain ein paar Meter weiter unten, die eine wesentlich größere Eiscreme-
Auswahl zu bieten hat.

Der Laden um die Ecke hätte viel mehr Eiscreme-Sorten
Manfred ist aber mit zwei Kugeln Vanilleeis vollauf zufrieden und möchte außerdem noch
ein weiteres Bier, auch wenn das zum Eis noch genau so wenig passt wie zum Fisch.
Aber über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten.
Der Kellner verweist weiterhin hartnäckig auf den Selbstbedienungsladen mit der großen
Eiscreme-Auswahl, bei dem die Kunden den ganzen Tag Schlange stehen.
Manfred besteht auf seinen zwei Kugeln Vanilleeis und seinem Bier.
Der Gast ist König. Also ergibt der Kellner sich in sein Schicksal und zieht von dannen.
Wenig später serviert er Manfred sein für ein Restaurant dieser Kategorie offensichtlich
nicht standesgemäße Dessert.
Der Getränkenachschub lässt auf sich warten. Eigentlich schmeckt Manfred das amerikanische Bier eh nicht
besonders. Aber wir wollen halt noch ein wenig sitzen bleiben und den nicht unbedingt optimalen Anreisetag
ausklingen lassen, bevor wir uns in den Sonnenuntergangs-Trubel am Grand Canyon stürzen.
Sorry, aber das mit dem verschütteten Bier war Absicht...
Endlich kommt Manfreds Bier in Sicht, das der Kellner so schwungvoll serviert, dass eine nicht
unerhebliche Menge davon auf dem Tisch und auf Manfreds Hose landet.
Ein kurzes "Sorry" muss genügen für dieses kleine Malheur. Und der Bedienstete eilt von dannen.
Eigentlich rechnen wir damit, dass er so schnell wie möglich mit einem Lappen zurück kommt,
um zumindest die Sauerei auf dem Tisch weg zu wischen. Aber wozu gibt es Servietten?
Also wischen wir das Bier auf dem Tisch eben selber weg, bevor noch mehr davon auf Manfreds
Klamotten landet.
Wenigstens ist sein Hemd verschont geblieben. Wir sind mal wieder die einzigen, die halbwegs
angemessen gekleidet sind. Hier herrscht zwar "casual wear", aber zumindest laufen wir nicht
mit kurzen Hosen und knall-bunten T-Shirts rum wie die meisten anderen Gäste um uns herum.
Aber die erdreisten sich wenigstens nicht, nach einem exquisiten Dinner, das auch einen exquisiten
Preis hat, einen Tisch am Fenster weiterhin in Beschlag zu nehmen, der ihnen nicht einmal zugeteilt
worden ist, indem sie so was Banales wie ein weiteres alkoholfreies Bier und zwei Kugeln Vanilleeis
bestellen, die sich übrigens im selben Preissegment bewegen wie die übrigen Speisen und Getränke,
die zur Auswahl stehen.
Stop  to be seated!
Wir haben in den USA schon öfter die Erfahrung gemacht, dass das die Rechnung schon kommt,
bevor wir überhaupt mit dem Essen fertig sind und das Servicepersonal seine Gäste am liebsten
raus werfen würde, sobald der Teller leer ist, auch wenn kaum Gäste im Lokal sind.
Aber das war bei Denny's und nicht in in einem teuren Restaurant im Grand Canyon Village.
Manfred revanchiert sich für das nicht angemessene Verhalten des Kellners mit einem
angemessenen Trinkgeld, sprich: das absolute Minimum.
Und natürlich suchen wir uns für Manfreds 60. Geburtstag ein anderes Restaurant aus.

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